EvaPeinemann.jpgEine l(i)lebenswerte Stadt von Eva Peinemann

Was macht eine Stadt zu einer, die der Bürger zu „seiner liebenswerten Stadt“ macht? Es gibt Bürger, die gerne in ihrer Stadt leben. Es müssen nicht die glamourösen Städte sein, sondern manchmal sind es auch verborgene Talente, die dieses Gefühl einer lebenswerten Umgebung schaffen. Einige Dinge sind gegeben und können von uns nicht verändert werden. Die kommunalen Möglichkeiten sind aufgrund gesetzlicher Rahmenbedingungen und finanzieller Restriktionen limitiert.

Aber es gibt auch Faktoren, die wir gestalten können. Zum Beispiel können wir aus den 3% freiwilliger Leistungen unseren Kindern eine Bibliothek finanzieren, in der sie im Zusammenspiel mit der Schule die Welt der Bücher entdecken können. Wir können Vereine unterstützen, in denen die Kinder ihre Freizeit sinnvoll mit anderen Kindern gestalten können. Wir können junge Eltern unterstützen indem wir für ein ausreichendes Angebot an Betreuungsplätzen sorgen. Denn für moderne Eltern ist es wichtig, wieder schnell in den Beruf zu kommen und gleichzeitig die Familie zu geniessen. Wir können auch unsere Innenstadt stärken. Kleine und feine Läden laden zum Bummeln ein und erzeugen ein ganz anderes Flair als es ein noch so durchgestylter Discounter am Rande der Stadt je könnte. Wir können kulturelle Veranstaltungen unterstützen, nicht nur finanziell sondern möglicherweise auch organisatorisch. Wenn der Arbeitgeber am Ort ist ebenfalls ein positiver Aspekt. Es ist ein deutlicher Unterschied, ob man tagtäglich einen langen Anfahrweg hat oder sogar mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt. Deswegen sind Arbeitsplätze ebenfalls ein wichtiger Aspekt in der Betrachtung einer lebenswerten Stadt. Nicht zuletzt gehören Strassen in einen vernünftigen Zustand gebracht. Manche Strassen in der Gemeinde sind eine Zumutung für die Bürger und die Besucher der Stadt. Man stelle sich vor, dass renommierte Persönlichkeiten von den Sandsäcken am Zellbach in Clausthal-Zellerfeld berichten. Die Strassen in der Gemeinde sollten einer Universitätsstadt angemessen sein.

All dies können die Bürger der Gemeinde gestalten, denn sie sind es, die die Steuern und Abgaben leisten. Sie bestimmen die Richtung in die die Verwaltung und der Rat die Geschicke der Stadt lenken. Die Prioritäten müssen richtig gesetzt werden, ansonsten verschwindet das Geld in Finanzgräbern wie z.B. der Kristalltherme „Heisser Brocken“, unrentablen Tiefgaragen und weiteren Betätigungsfeldern. Es ist immer ein Unterschied, wenn man mit dem Geld anderer Leute umgeht oder gelernt hat, wie hart es ist, sein Geld selber zu erwirtschaften.