Konkurrenz belebt das Geschäft! von Olaf Franz

OlafFranz.jpgDie Goslarsche Zeitung berichtete am 23. Dezember 2014: „Wildemanns Ex-Kurhaus ist verkauft“. Das Kurhaus war bisher Eigentum der Kurbetriebsgesellschaft „Die Oberharzer“ mbH, die ab 1. Januar 2015 nur noch einen Gesellschafter, die Einheitsgemeinde Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld, hat.
Die Kurbetriebsgesellschaft „Die Oberharzer“ mbH hat laut eigener Webseite in Wildemann noch drei touristische Einrichtungen:

Investiert wurde in den vergangenen Jahren nur in den 19-Lachter-Stollen.
Das Spiegelbad wurde durch einen Verein bisher vor der Schließung gerettet. Dieser Spiegelbad Wildemann e.V. pflegt und betreibt auch die Minigolfanlage, die gleich neben dem Schwimmbad liegt. Die Einnahmen aus der Minigolfanlage werden zur Deckung der Betriebskosten des Spiegelbades benutzt. In 2013 und 2014 wurden von Vereinsmitgliedern einige Bahnen der Minigolfanlage neu gestrichen. Die Farbe wurde gespendet.

Wer das Kurhaus Wildemann kaufen wollte, musste dazu ein Nutzungskonzept entwickeln und der Kurbetriebsgesellschaft vorstellen. Die Kurbetriebsgesellschaft konnte also Einfluss auf die künftige Nutzung des Gebäudes nehmen. Entschieden hat sich der Geschäftsführer für das Konzept - „Glowgolf Harz“. Es wird also eine Indoor-Schwarzlicht- Minigolfanlage in etwa 50m Entfernung zur bestehenden Minigolfanlage der Kurbetriebsgesellschaft „Die Oberharzer“ mbH errichtet.

Durch den Verkauf des Kurhauses Wildemann an einen Investor mit dem Nutzungskonzept „Minigolfanlage“ schädigt der Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft die Wirtschaftlichkeit seiner eigenen touristischen Angebote, des eigenen Minigolfplatzes und des Spiegelbades Wildemann.
Diese Arbeitsweise des Geschäftsführers könnte man als eine oberharzer Besonderheit bezeichnen. Zwar sagen viele Unternehmer sarkastisch „Konkurrenz belebt das Geschäft“, aber üblicherweise streben Unternehmen nach Monopolstellungen. Ist also der Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft unfähig?

Sinn machen die jahrelange Vernachlässigung der Schwimmbadtechnik im Spiegelbad und der Verkauf des Kurhauses mit diesem Nutzungskonzept nur dann, wenn der alte Plan für das Gelände des Minigolfplatzes und des Spiegelbades wieder auflebt. Dieser besagte, dass das Schwimmbecken zugeschüttet werden soll und das Gelände zu einem Campingplatz umgestaltet wird. Sanitäre Einrichtungen und gastronomische Versorgung für die Camper wären dort vorhanden, hinzu tritt eine wunderschöne Lage, doch der Spiegelbad Wildemann e.V. wäre damit seiner Geschäftsgrundlage beraubt. Gleichzeitig verlieren die Bürger in Wildemann und Bad Grund ihren angestammten Badeort.