Lehrmittelfreiheit an den oberharzer Grundschulen von Olaf Franz

Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Arbeiterkind bin und in einem Staat aufwuchs wo Arbeiter- und Bauernkinder gefördert wurden, dass mir die Lehrmittelfreiheit so sehr am Herzen liegt. Vielleicht ist es auch meine Erfahrung und die meiner Geschwister, dass Aufstieg durch Bildung möglich ist, die mich für dieses Thema sensibilisiert.
OlafFranz.jpgAuf jeden Fall werde ich während der nächsten, ersten kommunalen Legislaturperiode in der Berg- und Universitätsstadt für die Lehrmittelfreiheit an den oberharzer Grundschulen kämpfen.
Ihr fragt warum nur an den Grundschulen? Ganz einfach, weil die kommunale Ebene der Berg- und Universitätsstadt nur für die Grundschulen zuständig ist.
Für mich bilden die Schulbücher den Lehrplan ab, den das Kultusministerium festlegt. Da hat es mich immer geärgert wenn die Kinder mir berichteten, dass nur einzelne Kapitel aus dem Lehrbuch im Schuljahr bearbeitet wurden. Was ist mit dem Inhalt der anderen Kapitel, muss man den am Ende eines Schuljahres nicht kennen?
Noch ärgerlicher finde ich die Tatsache, dass diese mäßig genutzten Lehrbücher kostenpflichtig entliehen werden und das in regelmäßigen Abständen weitere Bücher und Kopien von Arbeitsblättern hinzugekauft werden müssen.
Klar haben wir auch im Oberharz Familien wo diese Kosten nicht ins Gewicht fallen. Hier leben aber auch Familien wo diese zusätzlichen Ausgaben richtig weh tun. Manche Familien müssen dann sogar den Schulmaterial- und Lernmittelfond des Diakonischen Werks in Anspruch nehmen, der zuletzt durch die GZ-Glückschweinchenaktion wieder aufgefüllt wurde.
Wäre es da nicht besser, chancengleicher wenn niemand für die Schulbücher bezahlen muss – so lange diese gut behandelt werden?
Können wir nicht alle Schulbücher unserer Grundschulen auf die Bibliothek übertragen? Wir würden so die Grundschulen von der Lehrbuchverwaltung entlasten und die Bücherpflege und –ausgabe in Expertenhände geben, während die Mitarbeiter in den Grundschulen mehr Zeit für die Kinder haben. Alle Grundschüler gehen im Rahmen ihres Unterrichts regelmäßig in die Bibliothek. Sie haben also auch Bibliotheksausweise.
So wie sie die Gute –Nacht- Geschichten, die Abenteuerromane, Comics und Märchen entleihen, könnten sie auch ihre Lehrbücher entleihen.
Natürlich müssen wir einen Schulbuchfond an der Bibliothek aufbauen, aus dem heraus die Pflege der Schulbücher und regelmäßige Neubeschaffungen bezahlt werden. Ich glaube das bekommen wir in der nächsten, ersten Legislaturperiode des Rates der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld hin.
Vielleicht indem wir eine Schulbuchstiftung der Berg- und Universitätsstadt ins Leben rufen. Es bleibt also nur die Frage: Wer macht dabei mit?