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Ein Meilenstein auf dem Weg zur Lehrmittelfreiheit an oberharzer Grundschulen

Während des oberharzer Kommunalwahlkampfes im Frühjahr 2015 vertrat ich das kommunalpolitische Ziel: „Lehrmittelfreiheit an oberharzer Grundschulen“. Dieses liberale Ziel werde ich in dieser Legislaturperiode natürlich weiterverfolgen, auch wenn ich nicht im Stadtparlament vertreten bin.
Zu Beginn der Ratssitzung am 9. Juni 2016 nutzte ich die Einwohnerfragestunde, um Informationen zu sammeln, die für die weitere Arbeit an meinem Thema benötigt werden.
Folgend sind meine Fragen und die Antworten der Verwaltung dargestellt. Daran schließt sich mein Fazit an.
Frage 1: Wieviele Kinder lernen im kommenden Schuljahr an den Grundschulen der Einheitsgemeinde Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld?
Antwort 1:
Insgesamt besuchen ab dem Schuljahr 2016/2017 387 Schülerinnen und Schüler die Grundschulen der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld
 
Grundschule Clausthal
 
220
Grundschule Zellerfeld
 
143
Grundschule Wildemann
 
24
Frage 2: Wieviele Schulbücher müssen Eltern für ihre Grundschulkinder kaufen oder leihen? (Bitte nach Klassenstufen - und bei Unterschieden zwischen den Grundschulen - aufschlüsseln.)
Antwort 2:
Grundschule Clausthal
            Klassen Ausleihe Kauf
1. Klasse 1 1
2. Klasse 1 1
3. Klasse 2 1
4. Klasse 3 -
 
Grundschule Zellerfeld
            Klassen Ausleihe Kauf
1. Klasse 1 1
2. Klasse 2 bzw. oder 2
3. Klasse 3 bzw. oder 3
4. Klasse 3 bzw. oder 3
 
Grundschule Wildemann
            Klassen Ausleihe Kauf
1. Klasse 1 1
2. Klasse 2 -
3. Klasse 3 -
4. Klasse 3 -
Frage 3: Wieviele Arbeitsstunden für die Verwaltung und Pflege der Leihschulbücher sind jährlich in den Grundschulen notwendig/eingeplant?
Antwort 3: 
Es werden in keiner Schule Aufzeichnungen darüber angefertigt, daher können die Stunden nicht im Einzelnen aufgeführt werden.
Frage 4: Wieviel Prozent der Grundschüler besitzen einen Ausweis der Stadtbibliothek?
Antwort 4:
Grundschulen Clausthal und Zellerfeld
100 %, da alle Klassen die Stadtbibliothek besuchen.
Grundschule Wildemann
Sie besitzt eine von privat gesponserte, sehr gut sortierte Schülerbibliothek. 2-mal im Jahr wird die Stadtbibliothek besucht.
Einige Schülerinnen und Schüler haben einen Ausweis.
Frage 5: Warum erfolgt die Pflege und Verwaltung der Leihschulbücher der Grundschulen nicht durch Profis – durch die Stadtbibliothek?
Antwort 5: 
Die Schulbücher sind Eigentum des Landes Niedersachsen und die Verwaltung ist eine originäre Aufgabe der Schule.
 Die Stadtbibliothek ist personell dafür nicht ausgestattet.
Fazit:
Familien werden durch den Kauf- oder Leihzwang von Schulbüchern finanziell belastet.
Das Personal unserer Grundschulen wird durch die Schulbuchverwaltung fachfremd belastet. In der verfügbaren Arbeitszeit werden Bücher verwaltet anstatt Kinder betreut.
Der Bibliotheksbesuch ist ein integraler Bestandteil der Grundschulausbildung. Alle Kinder der Grundschulen in Clausthal und Zellerfeld besitzen einen Ausweis der Stadtbibliothek. Die Grundschule Wildemann hat eine eigene gut sortierte Bibliothek.
Durch eine Übertragung der Schulbuchverwaltung von den Grundschulen auf die oberharzer Bibliotheken würde eine Schulbuchverwaltung und –pflege durch geschultes Fachpersonal erfolgen und das Schulpersonal hätte mehr Zeit für seine eigentliche Aufgabe, die Betreuung der Grundschüler.
Als nächste Schritte wird nun die liberale Stadtratsfraktion Gespräche mit den Bibliotheken, deren Fördervereinen und den Grundschulen auf Basis dieses Fazits führen. Anschließend wird ein Antrag der FDP Oberharz erarbeitet, der die sinnvolle Änderung der Schulbuchverwaltung auf den Weg bringt. Die parteiinterne Debatte hat hierzu bereits begonnen.
Während unserer parteiinternen Debatte gingen einige Parteifreunde gedanklich sogar einen Schritt weiter. Sie meinten: Wir könnten natürlich auch alle oberharzer Grundschüler mit Tablets ausstatten und die Schulbücher einmal als E-Books beschaffen oder einscannen. Dann würden die Kinder nicht mehr so schwere Schultaschen schleppen, die ihre Rücken verbiegen, und eine interaktive Lernkultur mit digitalen Medien könnte an den oberharzer Grundschulen einziehen, getreu dem Bildungsziel der Freien Demokratischen Partei:
Raus aus der Kreidezeit!
Das dieser Tablet-Gedanke gar nicht abwegig ist, ja sogar bereits in einem Entwicklungsland praktiziert wird, zeigt der Tagesschaubeitrag: Neue Lernmethoden an Kenias Schulen – Tablets für schlaue Kinder.